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Kitaleitung

Bildungserfolg braucht gutes Management

Kita-Leitungskräfte gewährleisten maßgeblich die Umsetzung des Bildungsauftrages, die Weiterentwicklung und Umsetzung der pädagogischen Konzepte in den Kindertagesstätten.

Die Aufgabenfelder einer Kita-Leitung sind mit der Arbeit von Managern eines Betriebes vergleichbar. Gute Personalführung, Kommunikations-, Entscheidungs- und Organisationsfähigkeiten werden erwartet. Sie beraten Eltern, motivieren Mitarbeiter/innen und müssen dabei wirtschaftliche Ziele im Blick behalten und danach handeln.

Leitungskräfte stehen im Mittelpunkt des Kita-Alltags. Sie sind ein Bindeglied zwischen den Kindern und deren Familien, den Erzieher/innen, dem Wirtschaftspersonal und dem Träger.
Für die Umsetzung der „Qualitätsvereinbarung Tageseinrichtung“ (QVTAG), des Berliner Bildungsprogramms und des Sprachlerntagebuchs haben sie eine zentrale Rolle.

In völligem Gegensatz dazu steht, dass der Senat im Jahr 2003 eine erhebliche Reduzierung des Leitungsanteils durchgesetzt hat. Gab es vorher eine freigestellte Leitungskraft für 100 betreute Kinder, erfolgte danach eine Freistellung nur für Kindertagesstätten, in denen mindestens 167 Kinder betreut werden. Konkret bedeutet dies, dass die Leiterin einer Kindertagesstätte mit 100 Betreuungsplätzen mindestens die Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit im Gruppendienst mit Kindern arbeitet. In der Realität ist dieser Anteil noch höher anzusetzen, denn Kinder haben ein uneingeschränktes Recht auf Aufmerksamkeit.

In einer Kita, in der Kinder mit Behinderungen betreut werden, kommen besondere Aufgaben hinzu. Es sind eine Vielzahl von Gesprächen, die Erstellung von individuellen Förderplänen und die Mitarbeit an Förderausschüssen in Zusammenarbeit mit den Eltern, Jugendämtern, Ärzten, Therapeuten und den Erzieher/innen erforderlich. In diesem Prozess sind Leitungskräfte mit einem großen zeitlichem Aufwand und Engagement als pädagogische Fachkraft gefordert.

DAHER:

  • Die Fehlentscheidung - Reduzierung des Leitungsschlüssels - muss in einem ersten Schritt sofort korrigiert werden.
  • Kitas brauchen eine freigestellte Leitung.
  • Spätestens ab 100 Plätzen ist hierzu eine Vollzeitstelle notwendig.
  • In kleineren Kitas muss mindestens eine Halbtagsfreistellung der Kita-Leitung sichergestellt sein.
  • Darüber hinaus muss der Leitungsschlüssel von Kitas mit dem Schwerpunkt der Integration von behinderten Kindern erhöht werden.

Zum Weiterlesen

  • In einer Vorlage zur Kenntnisnahme an das Bezirksparlament von Berlin-Mitte hat das Jugendamt zur Einführung des Sprachlerntagebuchs [208 KB] Stellung genommen. Eine der Schlussfolgerungen auch des Jugendamts ist die vollständige Freistellung einer Leitungskraft.
  • Die Berliner Arbeitsgruppe aus städtischen Kitaeigenbetrieben und freien Trägern, die eine Untersuchung zur mittelbaren pädagogischen Arbeit vorgelegt hat, hat gleichzeitig auch versucht die Aufgabengebiete einer Kitaleitung [55 KB] auszulisten.