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Vor- und Nachbereitung

Warum sind Vor- und Nachbereitungszeiten für die ErzieherInnen wichtig?

Aufgabe der ErzieherInnen ist es, pädagogisch mit den Kindern zu arbeiten. Damit diese Arbeit qualifiziert und reflektiert erfolgen kann, müssen ErzieherInnen verbindliche Zeiten für die Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Tätigkeit außerhalb der Arbeit mit den Kindern zur Verfügung gestellt werden.

Vor- und Nachbereitungszeiten beeinflussen die pädagogische Qualität erheblich.
Sie geben den ErzieherInnen Möglichkeiten, sich über pädagogische Ziele im Team zu beraten, zu verständigen und diese umzusetzen, sich mit den gemachten Beobachtungen auseinander zu setzen und zu dokumentieren, sich Gedanken über Entwicklungsprozesse des einzelnen Kindes und der Kindergruppe und über die Planung und Bereitstellung von Bildungsangeboten zu machen, die pädagogischen Prozesse und die Interaktionen in der Gruppe zu gestalten, zu reflektieren und zu variieren.

Mit dem Berliner Bildungsprogramm werden anspruchsvolle Ziele für die frühkindliche Bildung und Erziehung gesteckt. ErzieherInnen müssen vielfältige Aufgaben erfüllen, neue Methoden und Instrumente anwenden.
Mit der vorhandenen Personalausstattung können Vor- und Nachbereitungszeiten, Beobachtungen, Dokumentationen, Fortbildungen, Elternarbeit nicht im ausreichenden Maße abgedeckt werden. Die vorhandenen Rahmenbedingungen reichen für eine angestrebte Verbesserung der frühkindlichen Bildung nicht aus.
Jede vollbeschäftigte Erzieherin benötigt mindestens 5 Stunden wöchentlich für Arbeiten außerhalb der Tätigkeit in der Kindergruppe.

Diese 5 Stunden brauchen ErzieherInnen für die persönliche Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit, für Team- Zeiten, für Elternarbeit, für Beobachtungen der Kinder und der Gruppe und Dokumentationszeit sowie für die berufliche Fortbildung.
Für diese Zeiten muss ein voller Personalausgleich gewährt werden, damit dies nicht zu Lasten der Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder geht.

ErzieherInnen arbeiten engagiert und motiviert und möchten die hohen Anforderungen erfüllen, sie benötigen aber dafür die erforderlichen Voraussetzungen.
Das Land Berlin ist aufgefordert, für die Verbesserung der Bildung und Erziehung in den Kindertagesstätten jetzt die notwendigen Ressourcen, d.h. mehr Personal zur Verfügung zu stellen.

Zum Weiterlesen

  • Die GEW Berlin startete Anfang 2007 eine Umfrage unter Berliner Erzieher/innen, um zu ermitteln welche Zeit ihnen zur Vor- und Nachbereitung sowie zur Fortbildung zur Verfügung stehen. Die Ergebnisse der Umfrage liegen in einer Kurzfassung [30 KB] und in einer Langfassung [206 KB] vor.
  • Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) widmet sich in seinem neuesten Bulletin dem Thema "Kindertagesbetreuung in Deutschland". Mit den gestiegenen Anforderungen an die Erzieher/innen und der notwendigen Vor- und Nachbereitung befasst sich der Artikel "Neue Aufgaben, mehr Weiterbildung und vor allem mehr Zeit für das Personal" [323 KB] von Kornelia Schneider.
  • Eine Berliner Arbeitsgruppe aus städtischen Kitaeigenbetrieben und freien Trägern hat 2008 erstmals eine detaillierte Untersuchung zur notwendigen Vor- und Nachbereitungszeit für Erzieherinnen vorgelegt. Das Resultat: aufgrund gesetzlicher Vorgaben und Festlegungen im Bildungsprogramm braucht eine Erzieherin mindestens 23 % ihrer Arbeitszeit für die sogenannte "mittelbare pädagogische Arbeit". Die Ergebnisse liegen als Folienpräsentation ausführlich [1.143 KB] und in Kurzform [1.047 KB] sowie die wesentlichen Ergebnisse auch als Kurztext [60 KB] vor.