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Chancengleichheit nur durch bessere Bildung

Leserbriefe

Angesichts einer Verschuldung Berlins von 60 Milliarden kann ich diesen Beschluss nicht verstehen und schon lange nicht gutheißen, denn gutverdienende Eltern sollten schon einen gewissen Beitrag dafür leisten, dass ihre Kinder versorgt werden. Dieser Betrag könnte in neues Personal oder bessere Ausstattung investiert werden. Denn dies kann sich der Senat ja angesichts dieser großzügigen Geschenke nicht mehr leisten, wie er selbst zugibt. Steuern wir mit dieser Landesregierung auf Zustände wie in der ehemaligen DDR hin? Da gab es auch vieles umsonst - und dann war der Staat pleite.
Irmgard Schmidtke, per E-Mail

Mit den angestrebten drei kostenlosen Kita-Jahren soll Berlin angeblich einen großen Sprung zu mehr Chancengleichheit machen. In vielen Studien wird behauptet, dass die Chancengleichheit nicht gegeben ist, weil sich sozial schlechter gestellte Eltern nicht ausreichend um die Bildung der Kinder kümmern können. Dass nunmehr statt einer besseren Personalausstattung durch kleinere Gruppen durch finanzielle Erleichterungen dieses Dilemma behoben werden soll, ist geradezu ein Witz, wenn man die Beiträge betrachtet. Finanziell gut gestellte Eltern zahlen monatlich 466 Euro oder 5592 Euro im Jahr. Geringverdiener sparen dagegen nur 25 Euro monatlich beziehungsweise 300 Euro in Jahr. Eine Chancengleichheit kann - wenn überhaupt - nur durch bessere Betreuung und nicht durch finanzielle Entlastungen hergestellt werden. Dass das vor zwei Jahren gegebene Wahlversprechen im September 2009 aufgegriffen wird, spricht für sich.
Dieter Meier, Tegel

Danke Herr Zöllner, für nichts.
19 Millionen Euro jährlich, damit alle Kinder der Stadt an der Bildungszeit in der Kita teilhaben können - unabhängig vom Einkommen der Eltern. Warum? Seit wann werden Kinder von finanziell Schlechthergestellten benachteiligt? Ist Herrn Zöllner etwa entgangen, dass der Kita-Beitrag einkommensabhängig erhoben wird? Wer also über wenig Einkommen verfügt, zahlt einen geringeren Elternbeitrag. Wer also mit dem neuen Gesetz besser gestellt wird, sind die sogenannten Besserverdiener. Sehr soziale Regelung für einen sozialen Senat. Dank der finanziellen Entlastung kann meine Familie zwar verstärkt am Konsum teilnehmen, aber der Förderung meines Kindes ist damit nicht geholfen. Um wie Herr Zöllner sagt, einen Meilenstein bei der Förderung der Kinder zu erreichen, sollte er lieber die Forderungen des Kita-Bündnisses erfüllen. Diese beschäftigen sich tatsächlich mit der Förderung der Kinder und nicht mit der finanziellen Entlastung der Eltern.
Jörg Rennspieß, per E-Mail

Berliner Morgenpost, 13.9.09