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Erzieher-Sternmarsch für mehr Personal

Am Dienstag wollen Berliner Erzieher mit einem Sternmarsch zum Roten Rathaus für mehr Personal demonstrieren.

Mit einem Sternmarsch zum Roten Rathaus mit mehreren tausend Teilnehmern wollen Erzieher an diesem Dienstag für mehr Personal in Kitas demonstrieren. „Mehr Personal ist notwendig, wenn das Berliner Bildungsprogramm nicht aufs Spiel gesetzt werden soll“, heißt es im Aufruf des Aufzugs, der den Höhepunkt der Berliner Kita-Tage markiert. Auf der Abschlusskundgebung sprechen die Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin, Barbara John, und der Vorsitzende des Landeselternausschusses der Berliner Kitas, Burkhard Entrup. Bei der Polizei haben die Veranstalter 10000 Teilnehmer angemeldet.

Ausgehend von den Treffpunkten Bebelplatz, Monbijouplatz, Alexanderplatz/Weltzeituhr und U-Bahnhof Märkisches Museum ziehen die Demonstranten am Nachmittag auf vier Routen zum Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowerweit (SPD).

Das Berliner Kitabündnis aus Trägern, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden und Elternvertretungen fordert für die Erzieherinnen fünf Wochenstunden, in denen sie für Vor- und Nachbereitung, Beobachtung und Dokumentation, Teamzeit, Elterngespräche und für die fachliche Qualifizierung freigestellt werden. Dazu fordern die Erzieherinnen Nachbesserungen am Haushaltsentwurf des Senats für 2010/2011.

Hintergrund ist das ehrgeizige Berliner Bildungsprogramm für Kita-Kinder, in dessen Zentrum das Sprachlerntagebuch steht. Nach Angaben des Berliner Kita-Bündnisses brauchen die Mitarbeiter ein Viertel ihrer Arbeitszeit für die Vor- und Nachbereitung. Das Bündnis fordert zudem einen Anspruch auf Teilzeitbetreuung für alle Kinder und Vollzeit-Leiter für Kitas mit mindestens 100 Plätzen. Der Senat verweist darauf, dass sich Berlin schon jetzt bundesweit die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben in der Kindertagesbetreuung leiste.

Vor zwei Wochen hatte der Senat beschlossen, dass alle Berliner Kinder von 2011 an Kitas in den letzten drei Jahren vor der Einschulung beitragsfrei besuchen können. Der Senat löste mit seinem Beschluss ein Wahlversprechen Wowereits von 2006 ein. Das letzte Jahr vor der Einschulung ist bereits seit 2007 kostenlos. 2010 folgt das zweite und 2011 dann das dritte. Insgesamt kostet das mit 60 Milliarden Euro verschuldete Land der gebührenfreie Kita-Besuch in den nächsten vier Jahren rund 50 Millionen Euro.

BZ-Online, 21.9.09