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Erzieher wollen endlich ihre Arbeit machen

Vor dem Roten Rathaus protestieren Tausende für kleinere Grupen und bessere Bildungsmöglichkeiten in den Kitas

Berlin - Mehrere Tausend Kita-Erzieherinnen sowie Eltern und Kinder versammelten sich gestern rund um das Rote Rathaus, um für eine bessere Personalausstattung der Kitas zu demonstrieren. Nach ihrer Ansicht fehlen etwa 2 400 Stellen, um das vom Senat beschlossene Programm zur frühkindlichen Bildung überhaupt umsetzen zu können. Dieses Bildungsprogramm sieht vor, dass Erzieher neben obligatorischen Elterngesprächen die Entwicklung jedes Kindes beobachten und schriftlich dokumentieren sollen. Die Kita-Betreiber veranschlagen für die Umsetzung des seit drei Jahren gültigen Programmes fünf zusätzliche Wochenstunden für jede Erzieherin. Selbst die Familienpolitikerinnen von SPD und Linke, Sandra Scheeres und Margrit Barth, fordern deshalb zwei zusätzliche Wochenstunden.

Derzeit ist in Berlin vorgesehen, dass eine Erzieherin 12 Kinder in einer altersgemischten Gruppe zu betreuen hat. Durch Urlaub, Krankheit oder Erziehermangel ist es aber häufig so, dass die Gruppen größer sind. Bei Gruppen mit Kindern ab drei Jahren kommt laut Paritätischem Wohlfahrtsverband oft eine Erzieherin auf 18 bis 20 Kinder.

Wunsch und Wirklichkeit

Zudem wurde im Haushaltsentlastungsgesetz 2003 festgelegt, dass Leiterinnen nicht mehr ab einer Kita-Größe von 100 Kindern von der Erziehungsarbeit freigestellt werden, sondern ab 162 Kindern. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit schlägt als Chef der SPD-Metropolenkommission eine bessere Ausstattung vor: Eine Erzieherin auf acht Kita-Kinder. Mit dem Kita-Gesetz, das sein Senat ins Parlament einbringen will, ist das allerdings nicht vorgesehen.

Martin Klesmann
Berliner Zeitung, 23.9.2009