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Kinder haben mehr verdient

MARTIN KLESMANN fragt sich, wieso der Senat nicht in die Qualität der Kita-Erziehung investiert.

Gerade haben es die Einschulungsuntersuchungen wieder gezeigt: Kinder, die eine Kita besuchen, sprechen besser Deutsch und sind sogar gesünder als Altersgenossen, die keine solche Einrichtung besuchen. Viele Elternhäuser können den Kindern leider kaum noch als Bildungseinrichtung dienen. Und in Berlin gibt es immer mehr Kinder, deren Eltern arm oder aus dem nichtdeutschen Sprachraum zugewandert sind. Deshalb kommt den Kitas eine ganz neue Bedeutung zu. Hier entscheidet sich immer öfter, ob ein Kind seine Fähigkeiten entwickelt, ob Defizite früh erkannt und behoben werden.

Zwar steigen die Mittel für die Kitas im Haushalt an. Doch das liegt vor allem daran, dass immer mehr Kinder die Kitas besuchen. Im neuen Kita-Gesetz indes fehlt die von SPD und Linke in Aussicht gestellte Verbesserung beim Kita-Personal. So aber können die Bildungsangebote, die der Senat selbst beschlossen hat, kaum umgesetzt werden. Das klamme Berlin muss hier Prioritäten setzen. Es ist nicht nachvollziehbar, wieso der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) daran festhält, alle Kita-Jahre kostenfrei zu machen. Das Arztehepaar, dem dieses von Wowereit einst im Wahlkampf versprochene Geschenk zuteil wird, befindet sich nicht in einer Notlage. Wowereit muss dieses Wahlgeschenk vorerst streichen und das Geld in die Kita-Qualität stecken. Was nützt eine Schulreform, wenn sich in den Kitas nichts tut?

Martin Klesmann
Berliner Zeitung, 4.9.09