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Kita-Bündnis fordert mehr Erzieher

Mehr Erzieher für Kindertagesstätten fordern die Mitglieder des neu gegründeten Berliner Kita-Bündnisses. Unter dem Motto „Auf die Kleinen kommt es an – mehr Zeit für Bildung“ haben sich öffentliche und freie Träger von Kindertagesstätten, Gewerkschaften, Elternvertretungen, Wissenschaftler und Politiker zusammengetan und wollen ihre Anliegen vor allem gegenüber der Politik künftig gemeinsam vertreten.

Die Arbeit der Erzieher habe sich in den letzten Jahren stark verändert, sagt Jacqueline Zabel, selbst seit mehr als 20 Jahren Erzieherin. Eltern legten von Anfang an hohen Wert auf Bildung und Erziehung ihrer Kinder – und fordern dabei Transparenz. Die Mitarbeiter müssten ihre Tätigkeiten gezielt planen, dokumentieren und reflektieren. „Es geht nicht nur um die Aufbewahrung der Kinder“, sagt Zabel. Für diese Aufgaben gebe es jedoch zu wenig Zeit. Oft müsste ein Teil der Arbeit nach Dienstschluss erledigt werden, wenn die Kinder weg sind. Mindestens fünf Stunden pro Woche benötige eine vollbeschäftigte Erzieherin für die Vor- und Nachbereitung ihrer Arbeit. Daher seien zusätzliche Stellen nötig.

Auch die Arbeitsbedingungen der Kita-Leiterinnen seien ungenügend, sagt Michaela Rogoszynski, Leiterin der Kita Warburgzeile in Charlottenburg mit rund 120 Betreuungsplätzen. Ihre Aufgaben seien mit denen einer Unternehmensmanagerin vergleichbar. Sie sei aber nur zu 75 Prozent von der Erzieherinnenarbeit freigestellt. Etwa zehn Stunden in der Woche arbeitet sie mit den Kindern. Bis zum Jahr 2003 war die Leitung noch komplett freigestellt. Das Kita-Bündnis fordert die Wiedereinführung des früheren Personalschlüssels.

Nach eigenen Angaben sind rund 95 Prozent der Berliner Kita-Träger in dem neuen Bündnis vertreten.

Weitere Informationen im Internet:
www.berliner-kitabuendnis.de

cko
Tagesspiegel vom 09.02.2008