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Kitabündnis fordert mehr Personal

Unterschriftenaktion »Auf die Kleinen kommt es an« gestartet

Oft kommt Jacqueline Zabel nicht dazu, ihre Aufgaben zu erledigen. »Wir brauchen mehr Personal«, klagt die Erzieherin des Kindergartens Spatzentümpel am Hasenberg. Wie ihr geht es vielen Erzieherinnen und Erziehern in Kindertagesstätten (Kita).
Die Betroffenen haben deshalb ein »Berliner Kitabündnis« ins Leben gerufen. Mit einer Unterschriftenaktion fordern sie Abgeordnetenhaus und Senat auf, Gesetzesänderungen in die Wege zu leiten. »Auf die Kleinen kommt es an – mehr Zeit für Bildung!«, heißt die Initiative, die von Kindertagesstätten, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin (GEW), Elternvertretungen und freien Trägern unterstützt wird. Ziel des Aufrufs ist, die »Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder bestmöglich zu gestalten«, sagt Christa Preissing, Leiterin der Autorengruppe des Berliner Bildungsprogramms für Kinder in Tageseinrichtungen.
»Die Eltern wollen zu Recht eine gute Förderung von Anfang an. Die wollen wir auch geben, aber oft schaffen wir das einfach nicht«, erklärt Jacqueline Zabel. Nicht nur die Erzieherinnen sind vom Personalmangel betroffen, auch die Leiterinnen der Kindergärten schaffen es kaum, ihren Pflichten nachzukommen. »Ich muss mich um Personal, Eltern, Weiterbildungen und mehr kümmern. Zusätzlich muss ich in der Kita aushelfen«, beschwert sich Michaela Rogoszynski, Leiterin der Kita Warburgzeile.
In der Regel betreut eine Erzieherin mehr als zehn Kinder gleichzeitig. Zu ihren Aufgaben gehören Vor- und Nachbereitung, Dienstbesprechungen, Elternarbeit, Fortbildung und die Betreuung der Kinder. Wie aufwendig das sein kann, zeigt das Beispiel des Sprachlerntagebuchs. Dieses Buch ist eine Art Dokumentation, bestehend aus Fotos und Text, um die Entwicklung des Kindes zu dokumentieren. Jedes Kind hat sein eigenes Buch.
Die Kinder können selbst in dem Buch lesen und verbessern somit ihr Sprachverhalten. Wichtig ist das Buch auch für die Eltern, die die Entwicklung ihres Kindes nachlesen können. Das Buch gehört zur Qualitätsvereinbarung des Berliner Bildungsprogramms der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, an dem sich das Kitabündnis orientiert.
Christa Preissing betont: »Wir fordern bloß das Minimum, das sollte klar sein. Klar ist auch, dass es keine bessere Investition gibt, als die Investition in Kinder.«
Unterstützer melden sich bei der GEW in der Ahornstraße 5. 219 99 30. info@gew-berlin.de

Nissrine Messaoudi
Neues Deutschland, 9.2.08