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Kitakinder fordern mehr Erzieher

Tausende Kitakinder waren gestern mit ihren Erzieherinnen in der Stadt unterwegs. Sie gingen in die Rathäuser, machten Picknick in Parks oder demonstrierten auf der Straße. Auf orangefarbenen Luftballons oder Transparenten verbreiteten sie ihre Botschaft: "Auf die Kleinen kommt es an".
Mit dem Aktionstag wollten die Kindertagesstätten ihrer Forderung nach mehr Personal Nachdruck verleihen. Mehr als 340 Einrichtungen beteiligten sich an dem Protest. Aufgerufen dazu hatte das Aktionsbündnis Kita, das sich im Februar gegründet hatte. Das Bündnis von freien Trägern, kommunalen Eigenbetrieben, Gewerkschaften und Eltern verlangt fünf Stunden Vor- und Nachbereitungszeit pro Woche für die Erzieher. Dafür müssten 1500 zusätzliche Erzieherstellen geschaffen werden.
Mit der jetzigen Personalausstattung, so das Bündnis, sei das anspruchsvolle Bildungsprogramm in den Kitas nicht vollständig umzusetzen. Das Programm verlangt neben der direkten Arbeit mit den Kindern auch das Planen mehrwöchiger Projekte, das Führen von Sprachlerntagebüchern, regelmäßige Gespräche mit den Eltern und die kontinuierliche Dokumentation von Lernfortschritten.
Diese Aufgaben, die Grundschullehrer während ihrer Arbeitszeit erledigten, müssten die Erzieher meist in ihrer Freizeit ausführen, sagt Ilse Ziess-Lawrence, Kitaleiterin des "Ina"-Kindergartens an der Dresdener Straße.
Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) betonte, er nehme die Hinweise der Kitaträger zur Personalausstattung ernst. In den Einrichtungen werde derzeit intern überprüft, wie das Bildungsprogramm umgesetzt wird. Eine Arbeitsgruppe von Vertretern der Träger und der Verwaltung sei zudem dabei, den Personalbedarf zu prüfen. Ein Ergebnis stehe noch aus

flo
Berliner Morgenpost, 26.6.08