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Linke will 71 Millionen mehr für Kitas

Debatte nach Brandbriefen

Nach dem Brandbrief der Kita-Leiterinnen drängt die Linke-Fraktionschefin Carola Bluhm darauf, in den nun beginnenden Verhandlungen zum Haushalt 2010/11 insgesamt 71 Millionen Euro mehr für eine bessere Ausstattung des Kita-Bereichs einzuplanen. "Die Kitas sollen etwa fünf Prozent mehr Stellen erhalten", sagte Bluhm. "Dadurch würden die Erzieher zwei Stunden zusätzlich für die Vor- und Nachbereitung gewinnen." Zudem sollen Kita-Leiterinnen künftig freigestellt werden, wenn mehr als 100 Kinder in die jeweilige Kita gehen. Die in dem Stufenplan festgelegten Maßnahmen würden 71 Millionen Euro kosten. Dies sei bereits mit der SPD-Fraktion abgestimmt, so Bluhm. Die Linke-Fraktionschefin sprach sich zudem dafür aus, die fünf Millionen Euro, die für die Einrichtung von Familienzentren an Kitas eingeplant sind, lieber als Soforthilfen für bestehende Kitas zu verwenden. "Jede Kita, die einen konkreten Bedarf hat, könnte dann bald Geld erhalten", sagte Bluhm. Die SPD will hingegen an der Einrichtung der Familienzentren, wo Erzieher in unmittelbarer Kita-Nähe Hilfsangebote für junge Eltern bereit halten sollen, festhalten.

Das Kitabündnis, der Zusammenschluss der Kita-Träger, fordert insgesamt fünf Stunden zusätzliche Arbeitszeit, damit die Erzieher das ambitionierte Berliner Bildungsprogramm tatsächlich umsetzen können. Zu den zusätzlichen Aufgaben, die Kita-Erzieher erfüllen müssen, gehört die genaue Dokumentation der kindlichen Entwicklung, das Pflegen des Sprachlerntagebuchs und die Entwicklungsgespräche mit den Eltern. Mehr als 300 Kita-Leiterinnen und Erzieher hatten in Brandbriefen gefordert, diese neuen Aufgaben bei der Personalausstattung zu berücksichtigen.

Höherer Betreuungsanspruch
Im neuen Kita-Gesetz, an dem die Bildungsverwaltung derzeit arbeitet, soll der Rechtsanspruch für eine Betreuung im letzten Kita-Jahr von fünf auf sieben Stunden ausgeweitet werden. Die anderen Maßnahmen sollen offenbar nicht Gegenstand des Gesetzes sein. Linke und SPD sind sich einig, dass in einem zweiten Schritt ab 2010 das vorletzte und ab 2011 das drittletzte Kita-Jahr gebührenfrei werden soll. Grünen-Familienpolitikerin Elfie Jantzen betonte, dass nur mit einer kleineren Erzieherinnen-Kind-Relation eine gute Kita-Arbeit möglich sei. Derzeit kommt in Kita-Gruppen ab drei Jahren eine Erzieherin auf nahezu 15 Kinder. (mak.)

Martin Klesmann
Berliner Zeitung, 27.2.09