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SPD will mehr Erzieherinnen finanzieren

Die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus will für die beiden kommenden Jahre Geld im Berliner Landeshaushalt bereitstellen, um die Qualität von Kindertagesstätten zu verbessern.

Das erfuhr die rbb-Welle radioBerlin 88.8 am Dienstag aus der Fraktion. Demnach wollen die Sozialdemokraten fünf Prozent mehr Erzieherinnen finanzieren. Außerdem sollen Kita-Leiterinnen, die für mehr als 100 Kinder zuständig sind, von anderen Aufgaben befreit werden. Damit kommt die Fraktion Forderungen von Berliner Kita-Erziehern entgegen.

Am Dienstag hatten rund 10.000 Eltern und Erzieher vor dem Roten Rathaus demonstriert. Sie forderten bessere Arbeitszeiten für das Kita-Personal und zusätzliche Stellen. Laut Bildungsgewerkschaft GEW müssten 1500 bis 2000 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Dadurch hätten Erzieher unter anderem mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung ihrer Arbeit. Außerdem sollte es einen Anspruch auf Teilzeitbetreuung für alle Kinder geben. Die Leiterinnen und Leiter großer Kitas müssten Vollzeit-Stellen bekommen, so die Forderung.

Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) zeigte Verständnis für die Proteste. Er sagte am Dienstag im rbb-Inforadio, auch er sei mit der Personalausstattung nicht zufrieden. Allerdings müsse man in Zeiten von Haushaltsproblemen Prioritäten setzen. Der Senat habe deshalb entschieden, dass zunächst die ersten drei Kitajahre beitragsfrei sein sollen.

Dem widersprach der Vorsitzende des Landeselternausschusses Burkhard Entrup. Der rbb-Welle radioBerlin 88,8 sagte Entrup, die meisten Eltern würden der Qualität in den Kitas den Vorrang geben. Der Personalschlüssel in den Kitas habe sich in Berlin seit 30 Jahren nicht verändert. Die Erzieherinnen seien überlastet und hätten zu wenig Zeit, ihren Aufgaben gerecht zu werden.

rbb-online, 22.9.09